Die erste Braunlager Kirche / das neue Postamt von 1933

aufgestellt im Oktober 2005, gestiftet von der Wohnbau Braunlage GmbH

Braunlage wurde schon im 13. Jahrhundert als Hüttenplatz erwähnt, eine richtige Sied­lung entstand aber erst im 16. Jahrhundert. Die späte Ortsgründung belegt das Baujahr 1602 der ersten Kirche.

In der Nähe des Zentrums der Ansiedlung befand sich oberhalb der Bode ein Hügel, hierauf wurde ein recht kleines Gotteshaus mit eingerücktem Chor und einem Westportal mit darüber liegendem Dachreiter errichtet. Das Geläut bestand anfangs aus 2, später 3 Glocken in einemDachtürmchen. Hinter dem Gebäude lag der älteste Friedhof, er wurde noch bis 1890/1900 gepflegt.

1657 musste die Kirche erweitert werden um die stark gestiegen Bevölkerung aufnehmen zu können. Man baute u.a. eine Orgel ein und brachte außen eine Uhr an. Die Braunlager Bürger stif­teten für und nach dieser Erweiterung Gegenstände für ihr Gotteshaus. 1657 ein steinernes Taufbecken von den Eheleuten Rathmann, 1693 ein Abendmahlskelch von der Oberfaktors-Witwe Walter und1706 zwei Alabasterleuchter von Johann Erhart Beyer. Diese und weitere Ausstattungen der ersten Braunlager Kirche sind heute im Heimatmuseum zu besichtigen.

In der damaligen Zeit war es noch üblich, dass beim Gottesdienst Frauen und Männer auf verschiedenen Plätzen saßen: im Kirchenschiff waren die "Weiberstühle", auf den Emporen die „Mannsstände".

Der Pfarrer bekam kein "Gehalt", die Einwohner zahlten pro Haus einen Unterhalt für ihren Geistlichen, er wurde auch für Taufen, Trauungen und Begräbnisse bezahlt. Ein weiteres Einkommen erhielt er aus der Verpachtung der Pfarrwiesen und des -teiches, sowie aus dem Vogelfang und dem Bierdeputat der Braugewerkschaft.

1714 wurde die Kirche abgerissen, da sie den gestiegenen Anforderungen nicht mehr genügte. Einige Meter westlich errichtete man einen für damalige Verhältnisse recht großen und repräsentativen Neubau, der vom Braunschweiger Herzog Rudolf persönlich eingeweiht wurde.
Die jetzige 3.Braunlager Kirche ist ein in den Jahren 1887 - 89 erbauter Nachfolgerbau, die heutige „Trinitatiskirche".

1932/33 wurde das brachliegende Gelände der 1. Braunlager Kirche und des Friedhofs durch den Neubau des Braunlager Postamts wieder erschlossen. Zu diesem Neubau entschloss man sich, da das alte Postgebäude in der Herzog Wilhelm Straße für den aufstrebenden Kurort zu klein geworden war. Im Zentrum des Ortes errichtete man im Gei­ste der damaligen Zeit, ein repräsentatives Gebäude „für die Ewigkeit". Man schaffte dafür ein Plateau, umgeben mit Mauern aus heimischen Granit-Blöcken. 1935 folgte im Vergleich zu anderen Orten relativ früh die Einrichtung eines modernen Telefon-Selbstwähl-Amtes.

1998 verkaufte die Post das Gebäude an die Wohnbaugesellschaft Blankenburg in Braunlage.