Meierei

Wietfeld
wurde 1506 erstmals
in einer Amtsrechnung genannt.
Der Amtsinhaber von Elbingerode, von
Münchhausen, „errichtete hier 1527 ein Wilden-
haus (Stuterei), worüber Graf Albrecht Georg als eine
Zerstörung der Jagt sehr ungehalten war.“ Nach 1579 wurde
durch Rodungen von Äckern u. Wiesen daraus eine Meierei, wo
„ man 27 Häupter Vieh halten konnte,“ 1653 waren es dann 60 Kühe u.
40 Rinder bei „40 Tagewerke Wiesewachs“. Alles zusammen mit den Gebäuden
(Wohnhaus, 3 Viehställe, Backhaus) verpachtet u. 1852 „höchst desolat “.

Bei der nötigen Renovierung wurden 2 Dachräume für einen Unterförster angelegt.
Es entstand die sogenannte Hilfsförsterei/Alte Försterei. 1927 wurde das jetzige Privathaus
als Forsthaus (Revierförsterei) gebaut. Revierförster war bis 1946 Fritz Peter.
Außerdem gab es ein Waldarbeiterwohnhaus.

Ab etwa 1935 bestanden in Wietfeld 2 Arbeitsdienstlager/Reichsarbeitsdienst,
eins unterhalb u. eins oberhalb der Försterei unweit der Straße. Durchgeführt wurden
Waldarbeiten, Talsperrenbau an der Warmen Bode u. militärische Übungen.

Nach dem Krieg war Wietfeld wieder eine reine Forstsiedlung.
Die meisten der etwa 40 Einwohner waren Umsiedler. 1965 war Wietfeld
wegen der Grenze geräumt worden. Alle Gehöfe bis auf die Revierförsterei wurden
dem Erdboden gleichgemacht. Letztere war dann MIS-“Erholungsheim“/Nachrichtenzentrale.

Die alte Schreibweise „Wiedfeld“ könnte auf die allgemeine Namensdeutung „weißes Feld“ hinweisen.


Text der Tafel 10