Zorger Hochofenhütte

Auf diesen
Grundstücken
befand sich bis Anfang
dieses Jahrhunderts die
ZORGER HOCHOFENHÜTTE
Um 1600: Errichtung des ersten Hochofens durch den Vogtländer Hans Sien,
vorher Verhüttung des Erzes in den primitiveren Rennöfen.
1764: Erwähnung eines zweiten Hochofens.
1861: Umwandlung eines Hochofens in einen Cupalofen, in den fremdes
Roheisen verschmolzen wurde.
1895: Einstellung des Hochofenbetriebs.
1912: Verlegung des Gießereibetriebs nach Unterzorge.
1920: Abbruch der Genäude.

Die Hütte verarbeitete bis 1895 einheimische Erze
(Roteisenstein). Die Betriebswasser für die Wasserräder der
Poch- und Blaswerke lieferten die Wasser der Zorge und des
Sprakelbaches. Als Wasserreserve diente der frühere Hüttenteich im
Wolfsbachtal, seit 1672 der Kunzentaler Teich (heute Schwimmbad) und seit
1780 der Neue Teich. Als Brennmaterial wurde die in der Umgebung hergestellte
Holzkohle verwendet. Im angeschlossenen Gießereibetrieb wurden Ofenplatten und
andere Kunstgusserzeugnisse (z.B. der Obelisk auf dem Braunschweiger Löwenwall)
hergestellt. Ein Teil des Roheisens wurde in den verschiedenen Frischhütten
(Hammerhütten) des Ortes, ab 1838 auch im Puddelwerk, in schmiedbares Eisen verwandelt und in Kleinbetrieben weiterverarbeitet.
Der Gießereibetrieb wurde 1912 nach Unterzorge verlegt. Dort wird die
alte Zorger Hütten-Tradition von dem heutigen Gießereibetrieb aufrecht erhalten.


Text der Tafel 7